Juli 2019

„Man räuchert für sich, niemals ungefragt für andere!“ Räucherworkshop beschließt das hochaktive Fortbildungsjahr 2019

„Grandios und sensibel!“, lobte eine Teilnehmerin den kreativen Räucherworkshop im liebevollen Kräuterstüberl von Kräuterpädagogin Inge Weinberger in Regen. Ohne Zweifel, die Arbeit von Marlis Bader mit den 20 Kräuterpädagogen der Interessengemeinschaft Kräuterpädagogen Niederbayern/Oberpfalz, war Räucherkunst und Räucherritual in feinster und heiterer Kombination! Ein Erlebnis rund um das älteste Ritual der Menschheitsgeschichte. Diese Fortbildung schloss für alle Kräuterpädagoginnen und –pädagogen das erfolgreiche Fortbildungsjahr 2019 ab, an dem an 4 verschiedenen Veranstaltungen über 100 Mitglieder des größten Kräuterpädagogennetzwerks in Bayern teilnahmen.

Marlis Bader führte ein, in das Kräuterräuchern für jeden Tag und stellte auch das Handwerkszeug dazu vor. Echtes Labkraut und Ruchgras mit seinem Cumaringehalt wirken auf unsere Glückshormone und segnen den Alltag, während Salbei das Hier und Jetzt reinigt. Wachholder und Engelwurz als tragende Teile einer Räuchermischung, helfen zum Licht und verbinden uns mit den Ahnen. So entstanden für jeden persönlich zwei Hausräuchermischungen: „Der Haussegen“ und „Die Ahnenmischung“.

Freilich ging es auch um Genuss und Wohlbefinden beim Räuchern. Mit Achtsamkeit und Vorsicht sollte bei Asthma, Schwangerschaft und mit Säuglingen geräuchert werden, denn „nicht jeder mag alles riechen“, erklärte Bader. Bei Harzen sollte heimische, qualitätvolle Ware, durchaus selbst gesammelt von Nadelbäumen, im Vordergrund stehen. „So rundet sich beim Verglimmen der getrockneten Wildkräuter das intensive Duft-Erlebnis gut ab“, verdeutlichte die einfühlsame Expertin.

Überhaupt wurde bei der abschließenden Fortbildung viel gelacht! Die Geschichte, wie der Quendel die hochschwangere Maria vor dem Teufel rettete war nicht nur anschaulich, sondern verdeutlichte auch die Signatur des Quendels in seinen Räucherwirkungen. Dass dies im Praxisteil nicht nur schauspielerisch gekonnt vorgeführt wurde, sondern auch eindrucksvoll und witzig, gehörte zu den Highlights der Tagesveranstaltung.

Die mitgebrachten Kuchen aus den Reihen der Teilnehmenden mit den Köstlichkeiten der Gastgeberin Inge machten klar: Räuchern umfasst das ganze Lebensspektrum und regt in unserem Gehirn die Sehnsucht nach Stimmungen, Intuition und Körpergefühl an.


Aktuelles im Oktober 2019
Text: Hansjörg Hauser
Fotos: Angela Marmor und Hansjörg Hauser


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